„An den Kunsthochschulen lernt man nicht, wie man eine Bilanz erstellt, wie man sich vermarktet oder wie man wirtschaftlich überlebt.“
On the Way to New Work | Episode 556 | Immobilienunternehmer | Gründer salondergegenwart und Förderer junger Kunst
Wir sprechen gerade überall über Zukunft.
Über KI.
Über Innovation.
Über Entrepreneurship.
Über neue Arbeit.
Und gleichzeitig verlassen jedes Jahr hochbegabte junge Künstlerinnen und Künstler die Hochschulen mit Talent, Haltung, Ausdruckskraft und oft jahrelanger harter Arbeit, ohne eine echte Idee, wie sie davon leben sollen.
Nur ungefähr vier Prozent schaffen es später wirklich, als Künstler zu arbeiten.
Der Rest?
Webdesigner.
Nebenjobs.
Taxifahrer.
Prekäre Existenzen.
Oder irgendwann die leise Entscheidung, die eigene Leidenschaft nur noch als Hobby zu leben.
Genau deshalb beeindruckt mich das, was Christian Holle gemeinsam mit seiner Frau Margarita macht, so sehr.
Mit dem “salondergegenwart” geben sie jungen Künstlerinnen und Künstlern Sichtbarkeit, Kontakte, Aufmerksamkeit und oft die erste echte Chance.
Seit 15 Jahren reisen durch Deutschland, besuchen Ateliers, sprechen mit Professorinnen und Professoren, entdecken Talente lange bevor der Markt sie entdeckt.
Und sie tun etwas, das in unserer Leistungsgesellschaft selten geworden ist:
Sie glauben an Menschen, bevor deren Erfolg sichtbar wird.
Für mich hat das sehr viel mit dem ursprünglichen Gedanken von New Work zu tun, wie Frithjof Bergmann ihn einmal beschrieben hat. Menschen dabei zu helfen, das zu finden und zu leben, was sie „wirklich, wirklich wollen“.
Nicht jeder Mensch will gründen.
Nicht jeder Mensch will skalieren.
Nicht jeder Mensch will optimieren.
Manche wollen malen.
Denken.
Gestalten.
Etwas ausdrücken, das sich nicht in KPIs übersetzen lässt.
Eine Gesellschaft, die dafür keinen Raum mehr schafft, verliert mehr als Kunst.
Sie verliert Vorstellungskraft. Wer junge Kunst fördern möchte, sollte sich den salondergegenwart unbedingt anschauen, unterstützen oder weiterempfehlen.
Aktuell läuft die große Jubiläumsausstellung im Kunstraum Potsdam mit Arbeiten von 75 Künstlerinnen und Künstlern sowie einer Alumni-Wand mit über 230 ehemaligen Teilnehmern.
Wenn ihr spenden oder als Sponsor unterstützen möchtet:
Und wenn ihr in Potsdam oder Berlin seid:
Geht hin.
Schaut euch die Arbeiten an.
Sprecht mit den Künstlerinnen und Künstlern.
Solche Orte entstehen nur, wenn Menschen sie gemeinsam tragen.
KUNSTRAUM POTSDAM
Schiffbauergasse 4D
14467 Potsdam
Eröffnung: Freitag, 30.05., 16:00
Dauer: 31.05. – 05.07.2026
Danke, lieber Christian und liebe Margarita
Für eure Neugier.
Eure Beharrlichkeit.
Und dafür, dass ihr Räume schafft, in denen junge Menschen an ihre eigene Arbeit glauben dürfen.
Autor: Michael Trautmann